UNTERHALTUNGSLITERATUR
 

Eine Kreuzfahrt bringt späte Wahrheiten ans Licht

Im Mittelpunkt dieses Romans steht die achtundsiebzigjährige Titelheldin Harriet Chance, die sich nach dem Tod ihres Mannes mehr schlecht als recht durch den Alltag kämpft. Durch einen Anruf erfährt sie, dass ihr Mann vor seiner Demenzerkrankung zwei Fahrkarten für eine Kreuzfahrt nach Alaska ersteigert hat, die nun eingelöst werden müssen. Kurzerhand beschließt die Seniorin, die Reise zusammen mit ihrer Freundin Mildred anzutreten. Doch kurz vor der Abfahrt sagt Mildred plötzlich ab und drückt der Freundin stattdessen einen Brief in die Hand. Nach einigem Zögern beschließt Harriet, allein zu reisen. Aber so allein ist sie gar nicht. Ihr Mann will sie trotz seines Ablebens einfach nicht in Ruhe lassen, und Tochter Caroline will ihre Mutter unbedingt begleiten – obwohl das Verhältnis der beiden zerrüttet ist. Mildreds Brief konfrontiert Harriet schließlich mit einer Wahrheit, die das mühevoll aufrechterhaltene Kartenhaus ihres Lebens zum Einstürzen bringt. Und so wird diese Reise zu einer Abrechnung mit ihrer Vergangenheit.

»Die Themen, die Evison aufwirft – Enttäuschung, Verrat, Vergebung –, sind universell, und er beschreibt sie aufs Vortrefflichste in diesem wundervollen Roman. Es ist Harriet Chance’ Leben, aber es ist zugleich auch unseres.« New York Times Book Review

 


 

Natasha Fennell steht mitten im Leben, als ihre Mutter ins Krankenhaus kommt. Plötzlich fragt sie sich: Wie ist das Verhältnis zu meiner Mutter? Bin ich eine gute Tochter? Über ihre Gedanken schreibt sie einen Zeitungsartikel. Als sich darauf Hunderte Frauen bei ihr melden, ist sie überwältigt – und lädt neun von ihnen ein. Daraus wird ein langer Abend mit sehr viel Rotwein, Gelächter, Tränen und bewegenden Geschichten über Mütter und Töchter. Am Ende beschließen sie: Wir treffen uns wieder – und gründen einen Club. Jede Tochter bekommt ungewöhnliche Hausaufgaben – um das Verhältnis zu ihrer Mutter zu klären oder zu verbessern. Haarsträubende, traurige, urkomische, berührende Geschichten sind die Folge. Die Frauen lernen ihre Mütter besser kennen – und auch sich selbst. Am Ende dieser wahren Geschichte steht das Manifest des Clubs der Töchter: Zehn Dinge, die man mit seiner Mutter tun sollte, bevor es zu spät ist.

N. Fennell, R. Ingle, Club der Töchter. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2016

 

 

Während die Welt Kopf steht, verändert sich das Leben einer Frau für immer. Amerika, Anfang der Dreißigerjahre. Iris McIntosh hat alles verloren: ihren Job, ihre Freunde, ihr Zuhause. Doch eine zufällige Begegnung mit der mächtigsten Frau des Landes, Eleanor Roosevelt, gibt ihrem Leben eine neue Richtung. Sie verschafft Iris Zugang zum innersten Zirkel des Weißen Hauses – in einer Zeit, als die Welt kurz vor einem neuen Krieg steht. Iris steigt zur Beraterin des Präsidenten auf, genießt den Glanz der Macht und die neuen Möglichkeiten, die sich ihr eröffnen. Als sie zwei besondere Männer trifft, muss sie sich entscheiden … 
›An einem Tag im Mai‹ erzählt von Liebe und Verlust in einer bewegten Epoche und entwirft dabei das Porträt einer außergewöhnlichen Frau, deren Schicksal den Leser nicht mehr loslässt.

Jenny Bond, An einem Tag im Mai. Köln: DuMont 2015

 

 

 

Stockholm, 1897: Drei Männer begeben sich auf eine Expedition, sie wollen mit einem Heißluftballon den Nordpol erreichen. Darunter auch Nils Strindberg. Die Familie und seine Verlobte Anna sind gegen das Vorhaben, doch Nils setzt sich gegen alle Bedenken durch. Die Expedition scheitert. Trotz zahlreicher Rettungsversuche bleibt die Gruppe verschwunden. Bis 1930, als norwegische Robbenfänger die Leichen der drei Männer auf einer kleinen Insel im arktischen Ozean entdecken. Anna erreicht die Nachricht von dem Fund in England, wo sie mittlerweile lebt, und die Erinnerung holt sie mit aller Macht ein. Die Erinnerung an die verzweifelte Hoffnung, Nils werde doch irgendwann zurückkehren. Und an ihre Sehnsucht, die unstillbar war – und sich auf den falschen Mann richtete … 
Der Roman folgt den Spuren dreier Menschen, deren Lebenswege trotz weiter Entfernung auf verhängnisvolle Weise miteinander verbunden sind. Und es erzählt eine große und tragische Liebesgeschichte, wie sie aufwühlender nicht sein könnte.

Jenny Bond, Unter dem Nordlicht. Köln: DuMont 2015

 

 

Seit Phoebe ihren Freund mit einer anderen im Bett erwischt hat, suhlt sie sich in Selbstmitleid. Am Neujahrstag beschließt sie, ihrem Leben endlich wieder Schwung zu geben. Dabei helfen soll ihr eine Liste – mit zehn aufregenden Sex-Spielchen, die sie im neuen Jahr ausprobieren will. Doch wie soll man diese Spiele spielen, wenn einem der Partner dafür fehlt? Am Ende bleibt Phoebe nur, Oliver zu fragen – aber ist es wirklich eine gute Idee, ausgerechnet mit dem besten Freund in die Kiste zu steigen?

 


 

 

 Bolouri. Die Goldene Liste. Köln: Bastei Lübbe 2015


 

Dem Zauber von "Miami Vice" erlag ich eher zufällig. Meine Eltern befanden sich gerade in der Hochphase ihrer Scheidung. An den Abenden, an denen mein Vater "länger im Büro" war, wie meine Mutter es nannte, zog sie sich in ihre Trauer zurück und häkelte riesige Tischdecken mit hochkomplexen Mustern. (...) Keine andere Krimiserie hatte es bis dato mit der Glitzerwelt dermaßen auf die Spitze getrieben wie "Miami Vice". Ihre Helden waren zwei Undercover-Polizisten, die mit ihren edlen Outfits sogar italienische Filmstars in den Schatten stellten und Karossen fuhren, die sich nicht mal die Drogendealer leisten konnten, hinter denen sie her waren. Natürlich konnten sich die echten Polizisten in Miami mit keinem einzigen Aspekt dieser Serie identifizieren. Aber ich war nur ein Kind auf der Suche nach ein bisschen Illusion."
 

Philip Laubach (Hrg.), Colt Seavers, Alf & ich. 20 Autoren über die wahren Helden unserer Jugend. (Übersetzung des Beitrags "Miami Vice" von Iris Bahr). Hamburg: Ankerherz 2014

Nachzulesen in: http://www.spiegel.de



 

Auf, auf zum fröhlichen Mütterkampftag!

Wer sammelt am meisten Geld, backt den köstlichsten Kuchen, schreibt die besten Protokolle, hat den innigsten Kontakt zum Schulrektor, kurz: Wer wird Mutter des Monats? Der Förderverein der St Ambrose Church Primary School ist für manche Mutter überlebenswichtig – schließlich passiert in der englischen Provinz ansonsten nicht viel. Bea ist Vorsitzende und unangefochtene Königin, und als sie von neuen Müttern mit neuen Ideen in ihrer Macht bedroht wird, schlägt sie erbarmungslos zu. 
Intrigen, Schulbälle, Versammlungen und Kofferraumverkäufe – ein Schuljahr hat ja für die ehrgeizige Mutter noch so viel mehr zu bieten als die reine Hausaufgabenbetreuung und das Schmieren von Pausenbroten. 
 

Gill Hornby hat einen bitterbösen und saukomischen Roman geschrieben, der zeigt, wie amüsant es ist, wenn die Schule ein Tummelplatz für Mütter wird. 

Gill Hornby, Mutter des Monats. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2013



 

„»BEGLÜSSUNGSOLCHIDEE!«, blökt sie mir ins Ohr und stopft mir das Teil unnötig kraftvoll in die Nase. Ich drehe mich zu Boaz. Sein schlummernder Wanst scheint unberührt ob der unsanften Störung. Das teigige Gesicht klebt noch immer an einem gelben Reisekissen, nur seine Begrüßungsorchidee baumelt hinfällig an seinem Kinn. Sie klammert sich mit letzter Kraft an den seidenen Faden des Sabbers.
Seufz.
»Wir sind da«, verkünde ich und berühre sachte die Spitze seines kleinen Fingers. Ihm entfährt ein feuchter Schnarchlaut, dann schreckt er urplötzlich hoch wie eine Wurst aus ihrer Pelle und saugt den Sabber zurück in die Krateröffnung seines Mundes, was die Orchidee, ihrer schleimigen Stützbrücke beraubt, prompt in die Tiefe segeln lässt. Er schenkt mir ein mundgeruchgetränktes Grinsen, und trotz der drallen Feistheit seiner Visage muss ich zurücklächeln. Wir sind angekommen."

Aus: Iris Bahr, Moomlatz, München: Frederking & Thaler 2007.

 

 

 „An der Übersetzung [gibt es] nichts zu mäkeln, mit Verve bringt Andrea O'Brien den überdrehten Sound ins Deutsche. Das ist mit ganz großer Klappe erzählt (...). Langweilig ist es nie.“

Tobias Rapp auf Deutschlandradio Kultur

www.dradio.de

 

„Es ist die unkomplizierte, humorvolle und mitunter mit einer tüchtigen Prise Umgangswörtern gewürzte Sprache, die Bahrs Erinnerungen so eindrücklich machen und - Andrea O'Brien sei Dank - durch die Übersetzung nicht gelitten haben.“

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