SPANNUNGSLITERATUR

Der sagenhaft reiche Zeitungsverleger Richard Jewell wird tot mit einer Schrotflinte in seinen blutigen Händen am Schreibtisch aufgefunden. Hat er sich selbst erschossen, oder war es Mord? Und was haben das Waisenhaus, in dem er oft verkehrte, und die mysteriösen Gönner damit zu tun? Inspector Hackett und Quirke ermitteln. Es sieht nach Selbstmord aus, doch Inspector Hackett und Gerichtsmediziner Quirke halten es für unmöglich, dass sich jemand mit einer Schrotflinte erschießt und das Gewehr danach noch in Händen hält. Warum reagiert die attraktive, aber mysteriöse französische Gattin des Verlegers so ungerührt, und was ist mit der krisenanfälligen Schwester los? Die Ermittlungen führen ins Waisenhaus St. Christopher’s, in dem Quirke als Kind lebte. War Jewell dort wirklich Mäzen oder verfolgte er ganz andere Interessen als soziales Engagement?

Aus: Benjamin Black, Tod im Sommer. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2016. 
Die Übersetzung wurde mit einem Stipendium des Deutschen Übersetzerfonds ausgezeichnet

 

»Ein fesselnder Plot, leidenschaftliche Charaktere und eine großartige Kulisse« The Times

"Die Suche nach dem Motiv ist der rote Faden in diesem Krimi. Wer den Schuss aus der Flinte abgegeben hat, erscheint zweitrangig. Es ist die düstere Seite einer scheinbar heilen Welt, die hier von John Banville alias Benjamin Black gezeigt wird. Sie berührt und stößt ab. Eine gelungene Darstellung.“  Krimilese

 

 

 

„Es war Winter, widerliches Wetter, und April Latimer war verschwunden. Seit Tagen wollte sich der typische Februarnebel einfach nicht auflösen. In der gedämpften Stille wirkte die Stadt verwirrt wie jemand, der plötzlich sein Augenlicht verloren hat. Wie Blinde tappten die Menschen durch die trübe Suppe, tasteten sich an Fassaden entlang und hielten sich an Geländern fest, zauderten an Straßenecken und suchten vorsichtig mit dem Fuß nach der Bordsteinkante. Autos mit hellen Scheinwerfern geisterten wie riesige Insekten durch den Nebel und stießen milchige Abgaswölkchen aus. (…) Phoebe Griffin hielt sich für Aprils beste Freundin, und nachdem sie seit einer Woche nichts von ihr gehört hatte, war sie sicher, dass ihr etwas zugestoßen sein musste. Sie wusste sich keinen Rat. Sicher, April könnte auch einfach weggefahren sein, ohne Bescheid zu sagen – das hätte sogar zu ihr gepasst, denn sie war unkonventionell, manche nannten sie sogar hemmungslos, doch Phoebe bezweifelte das …“

Aus: Benjamin Black, Eine Frau verschwindet. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2012.
Die Übersetzung wurde mit einem Stipendium des Deutschen Übersetzerfonds ausgezeichnet

 

 

„Banville entwirft ein atmosphärisch dichtes und düsteres Bild vom Dublin der fünfziger Jahre. Bigotterie, Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Armut, Alkoholismus. [Er lässt] im Dubliner Elend und Nebel gelegentlich originelle Sprachbilder aufblitzen: Der Geschmack lappigen Kaffees erinnert den verkaterten Quirke an Affenfell, der kleinwüchsige Reporter Jimmy Minor ‚stand auf und stolzierte mit seiner Zigarette wie ein Zwerghuhn zum Fenster.‘“

Jan Schmelcher, hr-online/kultur

 

Wunderbar, wie Banville alias Black die Atmosphäre Dublins um die Mitte des letzten Jahrhunderts wiederauferstehen lässt (…) mit viel Atmosphäre und einer anspielungsreichen Sprache.

Dietmar Jacobsen im Titelmagazin

 

„(Dieses Buch) bietet echte Lesefreude, denn selten findet man einen Schriftsteller, der so gut mit Worten umzugehen weiß wie Benjamin Black alias John Banville. Unter seiner Feder entwickelt die kleine aber feine, weil stimmig konstruierte Geschichte eine echte Sogwirkung. Die richtig gute Übersetzung trägt hierzulande selbstverständlich ihren Teil dazu bei."
Michael Drewniok, Buchwurm.info